Europa ist nicht weit weg – Europa beginnt vor Ort. Unter diesem Leitgedanken engagiert sich die ehrenamtliche EU-Gemeinderätin der Stadt Gronau seit 2022 im europäischen Netzwerk der EU-Gemeinderäte:innen. In ihrem Tätigkeitsbericht für den Zeitraum 2022 bis 2026 blickt Frau Reinhoffer auf zahlreiche Begegnungen, Veranstaltungen und internationale Kooperationen zurück. Gleichzeitig richtet sie den Blick auf zukünftige Möglichkeiten, Europa in Gronau noch stärker erlebbar zu machen.
Europa im persönlichen Dialog erlebbar machen
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt darin, europäische Themen verständlich zu vermitteln und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Ein gelungenes Beispiel dafür war die gemeinsame Veranstaltung mit dem niederländischen Kollegen Erik Kemp aus Enschede im Jahr 2023. Beim Public Viewing der Rede zur Lage der Europäischen Union mit anschließender Diskussion in den Räumlichkeiten der EUREGIO in Glanerbrug kamen Bürger:innen beider Grenzstädte, politische Vertreter sowie Schüler:innen des Werner-von-Siemens-Gymnasiums zusammen.
Auch die Beteiligung junger Menschen an europäischen und demokratischen Prozessen ist Frau Reinhoffer ein wichtiges Anliegen. 2024 moderierte sie die Wahlarena zur Europawahl in der Aula des Werner-von-Siemens-Gymnasiums. Darüber hinaus engagiert sie sich bei der diesjährigen Nansen-EM der Fridtjof-Nansen-Realschule.
Beim jährlichen Europafest auf dem Kurt-Schumacher-Platz und beim Stadtfest Gronau nutzte Frau Reinhoffer den EU-Informationsstand für zahlreiche persönliche Gespräche. Ergänzend informiert sie über europäische Themen und Veranstaltungen über die lokale Presse und soziale Medien.
Auch kulturelle Begegnungen gehören zu ihrem Engagement. Bei der Eröffnung der internationalen Fotoausstellung „Human Condition – Das Menschenbild im Zeitalter von KI“ in Georgs Galerie in Epe hielt sie die Eröffnungsrede. Mit der geplanten Ausstellung „EU on Tour“ im Haus Lebenstein sollen künftig weitere Möglichkeiten geschaffen werden, Europa unmittelbar vor Ort kennenzulernen. Die sechs Roll-ups der Ausstellung können auch von weiterführenden Schulen kostenlos angefordert werden.
Gleichberechtigung und gesellschaftliche Verantwortung
Europa steht für gemeinsame Werte. Dazu gehören für Frau Reinhoffer insbesondere Gleichberechtigung, Frauenrechte und der Schutz vor Gewalt. Gemeinsam mit den anderen Ratsfrauen setzt sie sich für die Umsetzung der Ziele der Istanbul-Konvention auf kommunaler Ebene ein.
Ein besonderes Zeichen für die Bedeutung von Gleichberechtigung und Frauen in gesellschaftlicher Verantwortung ist für sie die Einladung zur Eröffnung des 32. Bundeskongresses der Deutschen Feuerwehrfrauen und zum Jubiläum „20 Jahre Netzwerk Feuerwehrfrauen“, der Ende Oktober in Gronau stattfindet.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärken
Die Zusammenarbeit mit den niederländischen Nachbarn ist ein weiterer wichtiger Bestandteil ihrer Tätigkeit. Der Letter of Intent zwischen Gronau und Enschede sowie die 2025 geschlossene Vereinbarung mit Losser und Bad Bentheim bieten hierfür eine wichtige Grundlage.
Frau Reinhoffer wünscht sich, diese Vereinbarungen künftig noch stärker mit Leben zu füllen. Denkbar wäre beispielsweise ein regelmäßiger persönlicher Austausch zwischen Ratsmitgliedern der beteiligten Städte. Erste Ratsmitglieder haben bereits Sprachkurse belegt – ein guter Ansatz, auf dem sich weiter aufbauen lässt.
Darüber hinaus pflegt sie Kontakte zu europäischen Kommunalpolitiker:innen sowie zur NRW-Staatskanzlei in Düsseldorf und zum zuständigen EU-Direkt-Büro in Bocholt. Die Teilnahme an europäischen Netzwerktreffen, unter anderem in Mons (Belgien), Leipzig und Frankfurt, ermöglicht den Austausch über kommunale Herausforderungen und europäische Fördermöglichkeiten. Besonders relevant sind dabei Programme wie Interreg und Erasmus+.
Internationale Partnerschaften mit Zukunftsperspektiven
Auch die internationalen Städtepartnerschaften bieten aus ihrer Sicht großes Potenzial. Gemeinsam mit der Gronauer Delegation besuchte Frau Reinhoffer die ungarische Partnerstadt Mezőberény anlässlich des 35-jährigen Partnerschaftsjubiläums.
Besonders intensiv engagiert sie sich zudem in der kommunalen Zusammenarbeit mit Demir Kapija in Nordmazedonien. Auf Initiative der NRW-Staatskanzlei brachte sie sich in das entsprechende Kooperationsprojekt ein. Im Mittelpunkt stehen mögliche gemeinsame Entwicklungen in den Bereichen kommunale Verwaltung, Brandschutz, nachhaltiger Tourismus, Weinwirtschaft und Sport, insbesondere Free Climbing und Wassersport.
Im Jahr 2025 organisierte und betreute Frau Reinhoffer eigenständig den Besuch einer Delegation aus Demir Kapija in Gronau. Auf dem Programm standen unter anderem Gespräche mit der damaligen Stadtverwaltung sowie Besuche bei der Feuerwache, dem Technischen Hilfswerk, dem Abwasserwerk und der EUREGIO. Auch touristische Angebote der Region wurden vorgestellt.
Im Februar 2026 führte eine weitere Delegationsreise nach Demir Kapija. Gespräche mit der neu gewählten Bürgermeisterin und Begegnungen rund um das traditionelle Weinfest St. Trifun dienten dazu, die Zusammenarbeit weiterzuentwickeln. Im April 2026 nahm sie zudem auf Einladung der NRW-Staatskanzlei an den Westbalkantagen in Bonn teil.
Fördermöglichkeiten als Chance für die Zukunft
Aus den internationalen Kontakten sollen langfristig konkrete Projekte entstehen. Deshalb setzt sich Frau Reinhoffer dafür ein, vorhandene Fördermöglichkeiten stärker in den Blick zu nehmen.
Besonders interessant ist aus ihrer Sicht die Möglichkeit einer vollständig geförderten internationalen Fachkraft für die Partnerschaftsarbeit mit Demir Kapija. Ziel wäre es, die Region Povardarie mit rund 120.000 Einwohnern ganzheitlich weiterzuentwickeln und insbesondere nachhaltigen Tourismus, regionale Wertschöpfung sowie die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung touristischer Angebote voranzubringen.
Dabei ist Frau Reinhoffer ein Punkt besonders wichtig. Die Stadt Gronau geht durch dieses Modell keinerlei vertragliche Verpflichtungen ein und wird nicht in die entsprechenden Verträge eingebunden. Voraussetzung wäre lediglich die grundsätzliche Offenheit für einen fachlichen Austausch mit dem jeweils passenden Amt oder einer geeigneten Organisation. Die Organisation des Austauschs könnte vollständig durch die internationale Fachkraft in Nordmazedonien übernommen werden.
Darüber hinaus sieht sie Potenzial in einer zusätzlichen Koordinierungsstelle in Gronau, die nachhaltige Entwicklung, internationale Zusammenarbeit und Fair Trade voranbringen könnte. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) bietet hierfür eine Förderung von bis zu 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben in den ersten beiden Jahren und anschließend bis zu 75 Prozent an.
Eine Online-Informationsveranstaltung zum Förderprogramm „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ findet am Donnerstag, 12. November 2026, von 15 bis 16 Uhr statt.
Gerade mit Blick auf die aktuelle Haushaltssituation der Stadt könnten solche Fördermöglichkeiten interessante Perspektiven eröffnen. Frau Reinhoffer möchte insbesondere die Möglichkeit einer zu 100 Prozent geförderten Fachkraft für Demir Kapija näher prüfen und damit die bestehenden internationalen Kontakte in eine nachhaltige Zusammenarbeit überführen.
Europa in Gronau weiterentwickeln
Nach vier Jahren im europäischen Netzwerk zieht die EU-Gemeinderätin eine klare Bilanz. Europäische Netzwerkarbeit lebt vor allem vom persönlichen Engagement, vom Austausch und von konkreten Begegnungen.
Für die kommenden Jahre möchte Frau Reinhoffer Bürgerdialoge und internationale Kooperationen weiterentwickeln, europäische Themen stärker in die Schulen bringen und neue Beteiligungsformate für Jugendliche unterstützen. Ein Ansatz könnte dabei ein digitaler „Jugendcheck“ sein. Ebenso wichtig ist ihr, Vereine und Schulen regelmäßig über europäische Fördermöglichkeiten zu informieren.
„Europa beginnt vor Ort – und genau dort muss Europa auch erlebbar werden.“ Dieses Leitmotiv bleibt auch künftig Grundlage ihres Engagements. Ihr Ziel ist es, Europa für die Menschen in Gronau sichtbar, verständlich und erfahrbar zu machen und Gronau als offene, engagierte Stadt im europäischen Kontext zu vertreten.
Kontakt
Für Rückfragen und weitere Informationen steht Frau Reinhoffer gerne als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Mail: s.reinhoffer@gmail.com
Telefon: 02562/816401
