Bundesverdienstkreuz für Rolf Berghorn: Jahrzehntelanger Einsatz für Menschen mit psychischen Erkrankungen gewürdigt


Im Ratssaal der Stadt Gronau fand am Dienstag, 20. Oktober, die feierliche Verleihung der Auszeichnung statt. Landrat Dr. Kai Zwicker überreichte Rolf Berghorn das Verdienstkreuz am Bande im Namen des Bundespräsidenten und würdigte in seiner Laudatio dessen langjähriges berufliches und ehrenamtliches Wirken für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Bürgermeister Jörg von Borczyskowski empfing die Gäste, eröffnete die Veranstaltung und richtete persönliche Worte des Dankes an den Geehrten. Er würdigte dessen herausragendes Engagement und die Bedeutung seines Einsatzes für Menschen, die auf Unterstützung und Begleitung angewiesen sind.

Maßstäbe für eine menschliche und wohnortnahe Unterstützung

In seiner Laudatio zeichnete Landrat Dr. Kai Zwicker den beruflichen und ehrenamtlichen Weg von Rolf Berghorn nach. Als einer der Pioniere der Sozialen Psychiatrie im Kreis Borken setzte sich Berghorn früh dafür ein, die Versorgung psychisch erkrankter Menschen zu verbessern und bestehende Versorgungslücken zu schließen. Was zunächst mit dem Aufbau des ambulant betreuten Wohnens für sieben Klientinnen und Klienten begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem umfassenden Netzwerk sozialpsychiatrischer Hilfen.

Unter seiner maßgeblichen Mitwirkung entstanden unter anderem Kontakt- und Beratungsangebote, eine Tagesstätte, Beschäftigungsmöglichkeiten sowie dezentrale Wohnangebote. Auch die Entwicklung der InSel gGmbH gestaltete Berghorn entscheidend mit. Heute erhalten kreisweit mehr als 200 Menschen ambulante Unterstützung durch die InSel. Ergänzt wird das Angebot durch weitere Wohnformen, Beratungsstellen, Tagesstätten und Arbeitsmöglichkeiten.

Dabei stand für Berghorn stets der Mensch im Mittelpunkt. Sein Anspruch war es, Hilfen nicht an starren Strukturen auszurichten, sondern an den tatsächlichen Bedürfnissen der Betroffenen. Menschen mit psychischen Erkrankungen sollten selbstbestimmt leben, am gesellschaftlichen Leben teilhaben und berufliche Perspektiven entwickeln können.

„Nicht der Mensch muss sich einer starren Einrichtung anpassen – die Hilfe muss zum Menschen passen“, betonte Landrat Dr. Kai Zwicker in seiner Rede und brachte damit einen wesentlichen Grundsatz von Berghorns Wirken auf den Punkt.

Engagement, das über den Ruhestand hinausgeht

Neben seiner beruflichen Tätigkeit setzte sich Berghorn über viele Jahre für die Vernetzung der psychosozialen Arbeit im Kreis Borken ein. In verschiedenen Arbeitsgemeinschaften und Verbänden förderte er die Zusammenarbeit unterschiedlicher Träger und Fachkräfte, um die Unterstützungsangebote besser aufeinander abzustimmen.

Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb er seinem Engagement treu. Er ist weiterhin mit dem Förderverein Horizont verbunden und setzt sich ehrenamtlich in der Dinkelwerkstatt ein, wo er bis heute die Hausmeister- und Gartengruppe leitet. Darüber hinaus übernahm er in einer schwierigen Phase nochmals vorübergehend die Geschäftsführung der InSel gGmbH, um die Organisation zu stabilisieren und einen Neuanfang zu ermöglichen.

Landrat Dr. Kai Zwicker hob hervor, dass sich Berghorns Verdienst nicht allein an den geschaffenen Einrichtungen und Angeboten messen lasse. Vielmehr habe er zahlreichen Menschen neue Perspektiven eröffnet und dazu beigetragen, psychisch erkrankten Menschen einen selbstverständlicheren Platz in der Gesellschaft zu ermöglichen. Sein Wirken stehe beispielhaft für Respekt, Vertrauen und Solidarität.

Persönlicher Dank und Eintrag ins Goldene Buch

Im Anschluss an die Laudatio überreichte Landrat Dr. Kai Zwicker Rolf Berghorn das Verdienstkreuz am Bande. Der Geehrte bedankte sich in einer persönlichen Ansprache für die besondere Auszeichnung und die ihm entgegengebrachte Anerkennung. Dabei nahm er die Gäste mit auf einen Rückblick auf sein Leben und seinen beruflichen Werdegang und berichtete von den Stationen, die ihn geprägt und zu seinem langjährigen Engagement geführt haben. Sein Dank galt dabei auch den Menschen, die ihn auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben. Besonders hob er seine Söhne und vor allem seine Ehefrau hervor, der er für ihre Unterstützung und ihren Rückhalt über die Jahre hinweg herzlich dankte.

Zum Abschluss der feierlichen Veranstaltung trug sich Rolf Berghorn in das Goldene Buch der Stadt Gronau ein.

Die Stadt Gronau gratuliert Rolf Berghorn herzlich zu dieser besonderen Auszeichnung und dankt ihm für sein jahrzehntelanges Engagement, seine außergewöhnlichen Leistungen und seinen unermüdlichen Einsatz für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Sein Wirken zeigt eindrucksvoll, wie viel persönlicher Einsatz bewirken kann und welchen wertvollen Beitrag er für eine inklusive und solidarische Gesellschaft geleistet hat.