Gemeinsam fürs Moor: Gronauer Schulklassen engagieren sich im Hündfelder Moor für die Artenvielfalt und den Klimaschutz


Die rund vierstündigen Exkursionen, die von Mitarbeitenden der Biologischen Station Zwillbrock e.V. geleitet wurden, kombinierten Wissensvermittlung mit praktischem Engagement. Bei der geführten Wanderung durch das Hündfelder Moor erfuhren die Schüler:innen, warum Moore weit mehr sind als nur Naturschutzgebiete. Intakte Moore gehören zu den effektivsten natürlichen Kohlenstoffspeichern der Erde. Über Jahrtausende haben sie abgestorbene Pflanzenreste im dauerhaft nassen Boden eingeschlossen und so enorme Mengen Kohlenstoff gebunden. Bleibt ein Moor nass, bleibt dieser Kohlenstoff gespeichert. Wird ein Moor jedoch entwässert, gelangt Sauerstoff an den Boden, der Torf zersetzt sich und große Mengen CO₂ werden freigesetzt.

Dass viele Moore heute in einem schlechten Zustand sind, hat vor allem historische Gründe. Über Jahrhunderte hinweg wurden Moorlandschaften systematisch trockengelegt. Durch Graben wurde Wasser abgeleitet, damit die Flächen land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden konnten. Zudem wurde in der Vergangenheit in Hochmooren viel Torf abgebaut um ihn z.B. als Brennstoff zu nutzen. Diese Eingriffe haben den natürlichen Wasserhaushalt vieler Moore stark verändert. Trockene Moorböden zersetzen sich, verlieren ihre typische Vegetation und setzen gleichzeitig klimaschädliche Treibhausgase frei.

Heute werden viele Moore wieder renaturiert. Eine zentrale Maßnahme ist die Wiedervernässung. Dabei werden unter anderem Entwässerungsgräben geschlossen und Dämme gebaut, damit das Wasser im Moor gehalten wird. So kann sich langfristig wieder ein lebendes Hochmoor mit seinen typischen Arten entwickeln und der Boden beginnt erneut, Kohlenstoff zu speichern. Das Hündfelder Moor ist Teil eines größeren grenzüberschreitenden Naturschutzprojekts: Im EU-geförderten Projekt LIFE CrossBorderBog arbeiten deutsche und niederländische Partner:innen gemeinsam daran, das Hochmoorgebiet Hündfelder Moor in Gronau und das niederländische Aamsveen in Enschede ökologisch zu stabilisieren und langfristig zu erhalten. Ziel des Projekts ist es, den natürlichen Wasserhaushalt wiederherzustellen, Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten zu sichern und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Im praktischen Teil ihrer Exkursion halfen die Schüler:innen beim sogenannten Entkusseln. Dabei wurden junge Bäume und Sträucher entfernt, die sich auf der Moorfläche ausbreiten. Das geschieht nicht, um die Natur zu zerstören, sondern um sie zu bewahren. Wenn Gehölze wachsen, entziehen sie dem Moor zusätzlich Wasser und verdrängen typische Moorpflanzen. Die Pflege ist deshalb notwendig, damit das Moor seinen Charakter als wertvoller Lebensraum behält.

Mit ihrem Einsatz haben die Schüler:innen gezeigt, dass Umwelt- und Klimaschutz keine abstrakten Themen sind, sondern direkt vor der eigenen Haustür beginnen. Dabei haben sie aktiv dazu beigetragen, dass eine einzigartige Landschaft für viele Lebewesen und zukünftige Generationen erhalten bleibt.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.