Interkulturelles Netzwerk Westmünsterland: Erster Fachaustausch im virtuellen Raum


Fachtagungen vom Interkulturellen Netzwerk Westmünsterland sind erfahrungsgemäß immer gut besucht. In „Corona-Zeiten“ müssen andere Wege gegangen werden, um sich auszutauschen.

Ungewohnt, neu und erfolgreich was die erste Online-Fachtagung am 15.05.2020. Am Online-Meeting nahmen 30 Personen aus dem gesamten Kreis Borken teil. Der Fachaustausch wurde professionell von Dirk Adams und Andreas Schmitz von context Köln unterstützt. Beide steuerten den Erfahrungsaustausch, luden die Teilnehmenden in virtuelle Arbeitsräume ein und sicherten die Ergebnisse für die weitere Netzwerkarbeit.

Was funktioniert bereits gut, und was können die Netzwerkpartner von anderen lernen und übernehmen?  Wo werden aber auch noch Bedarfe gesehen um die Integrationsarbeit in Zeiten von Corona zu verbessern?

Viele offene Fragen zur Kontaktgestaltung in der Migrationsarbeit konnten angesprochen werden. Im Rahmen des virtuellen Meetings wurden drei Best Practice Beispiele präsentiert, die eine Bandbreite von Möglichkeiten der Arbeit unter den Pandemiebeschränkungen mit unterschiedlichen Zielgruppen aufzeigen.

„Diese Arbeit erfordert jedoch oft innovative und kreative Lösungen um die Menschen bei ihren alltäglichen Herausforderungen zu unterstützen oder eine soziale Teilhabe zu ermöglichen“, so die Netzwerk Co-Sprecherin Iris Schlautmann von der Integrationsagentur des Roten Kreuzes im Kreis Borken.

Julia Hoffmann stellte dem Netzwerk eine Webinar Reihe vom Kreissportbund vor, die sich im Schwerpunkt an Ehrenamtliche und Trainer richtet und für Teilnehmende über Smartphone, Tablet oder PC einen leichten Zugang bietet. Julia Hoffmann unterstreicht, dass „dadurch ein regelmäßiger Kontakt und Austausch sowie auch die weitere Qualifizierung der Trainer und Kursleitungen aufrecht erhalten bleiben konnte.“

Gute Erfahrungen mit der Onlinebeschulung, der Begleitung und Coaching von geflüchteten Menschen macht die GEBA und das Roten Kreuz mit der Lernplattform „Learningview“. Tamara Steinbrüggen von der GEBA gab einen umfangreichen Einblick in die Möglichkeiten, die „Learningview“ als Alternative zu einem Präsenzunterricht bietet.

Torsten Henseler vom Kommunalen Integrationszentrum stellte die Sprachmittlung und Begleitung der Elternbegleiter*innen per Telefonkonferenz vor. Er machte deutlich, dass „der Austausch über die Telefonkonferenz bisher in der Umsetzung viel einfacher als gedacht war, es bisher zu fast keinen technischen Problemen bei den Beteiligten kam und die Handhabung absolut flexibel ist.“

Neben den positiven Erfahrungen identifizierte das Netzwerk aber auch besondere Bedarfe für die Integrationsarbeit in Zeiten des „social distancing“ vor Ort. Oft fehlt eine ausreichende technische Ausstattung. Vielen steht nur ein Smartphone zur Verfügung, was gegenwärtig auch noch für Homeschooling genutzt wird. Oder das WLan ist unzureichend oder nicht vorhanden.

„Eine besondere Herausforderung aller Migrationsfachdienste wird der Umgang mit sich aufgebauten Ängsten und Fragen der Zugewanderten und Geflüchteten sein“, so der Netzwerk Sprecher Marijan Renic von der Integrationsagentur der Caritas Borken. Die Corona Situation hat so manchen Integrationserfolg beendet bzw. bisherige Integrationsbemühungen ausgebremst.

An diesen Bedarfen soll in kleinen Arbeitsgruppen schon bald weitergearbeitet und gemeinsam nach Lösungsansätzen gesucht werden.