Resolution zu Menschenrechtsverletzungen in der Region Rojava


Gewalt und Menschenrechtsverletzungen erreichen unsere Stadtgesellschaft

Gewalt, Vertreibung und schwere Menschenrechtsverletzungen im Nordosten Syriens betreffen nicht nur die Menschen vor Ort – sie erreichen auch unsere Stadtgesellschaft. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger Gronaus haben persönliche, familiäre oder kulturelle Verbindungen in die Region Rojava (Cizre/Jazira). Die Schicksale der Menschen dort machen für viele von uns spürbar, wie eng unsere lokale Gemeinschaft mit globalen Entwicklungen verbunden ist.

Klare Haltung gegen Gewalt

Der Rat der Stadt Gronau verurteilt jede Form von Gewalt gegen Zivilpersonen nachdrücklich. Besonders betroffen sind ethnische und religiöse Minderheiten, darunter Kurden, Aramäer, Jeziden und Christen. In der Region Rojava erfahren diese Gruppen gezielte Übergriffe, Vertreibung und systematische Gewalt.

Wir bekennen uns zu universellen humanitären Prinzipien: dem Schutz von Leben, der Achtung der Menschenwürde und der Solidarität mit allen, die Gewalt, Vertreibung oder Unterdrückung erfahren. Diese Werte sind Leitlinien einer verantwortungsbewussten und demokratischen Stadtgesellschaft, die über politische und geographische Grenzen hinweg Gültigkeit besitzen.

Orientierung durch internationale Resolutionen

Der Rat der Stadt Gronau nimmt die Entschließung des Europäischen Parlaments vom 12. Februar 2026 zur Lage im Nordosten Syriens zur Kenntnis. Darin wird die schwierige humanitäre Lage der Zivilbevölkerung beschrieben, die Notwendigkeit eines dauerhaften Waffenstillstands betont und der Schutz von Minderheiten sowie die Einhaltung humanitärer Standards hervorgehoben. Der Rat unterstützt diese Zielsetzungen ausdrücklich und betrachtet sie als Orientierung für das humanitäre Engagement auf kommunaler Ebene.

Verantwortung und Solidarität auf kommunaler Ebene

Die Lage in Nordostsyrien ist komplex und geprägt von politischen, sicherheitsrelevanten und gesellschaftlichen Entwicklungen. Diese Faktoren beeinflussen die Lebensbedingungen der Bevölkerung erheblich. Schutz, Versorgung und Würde der Menschen bleiben vorrangige Anliegen. Jede Kommune, die sich ihrer Verantwortung bewusst ist, kann Haltung zeigen, demokratische Werte verteidigen und Solidarität sichtbar machen.

Zeichen für Frieden und Menschlichkeit

Mit dieser Stellungnahme setzt der Rat der Stadt Gronau ein deutliches Zeichen für Menschlichkeit, Frieden, Stabilität und Solidarität. Unser zentrales Anliegen ist die Unterstützung der Menschen, die unter Gewalt, Vertreibung oder Unterdrückung leiden, sowie die Verteidigung der universellen Menschenrechte.

Als Stadt mit vielfältiger Bevölkerung bekennen wir uns klar: Wir stehen solidarisch zu allen Menschen, die auf Schutz und Unterstützung angewiesen sind. Gronau erhebt ihre Stimme für die Menschenwürde und für eine verantwortungsbewusste, demokratische Gemeinschaft.

Diese Stellungnahme ist Ausdruck unserer Überzeugung: Gewalt gegen Zivilisten darf nicht kommentarlos hingenommen werden. Vertreibungen und Übergriffe müssen klar benannt werden, Recht und Humanität bleiben unteilbar.

Gronau zeigt Haltung – für Frieden, für Menschlichkeit, für Solidarität.

Im Namen des Rates der Stadt Gronau

Bürgermeister Jörg von Borczyskowski