Stadt Gronau fordert die dauerhafte Fortführung der Buslinie X80


Die Stadt Gronau spricht sich entschieden für die dauerhafte Fortführung der Buslinie X80 aus. Der Rat hatte in seiner Sitzung am 28. Januar 2026 einen entsprechenden Beschluss gefasst und fordert den Kreis Borken auf, die Linie in den Regelbetrieb zu überführen. Der Kreisausschuss des Kreises Borken berät am 05.03.2026 über die Zukunft des X80, ehe sich der Kreistag am 12.03.2026 mit der Angelegenheit befasst. Bestandteil der Beratungsunterlagen wird dann auch ein Schreiben von Bürgermeister Jörg von Borczyskowski an Landrat Dr. Kai Zwicker sein, in dem er über den Ratsbeschluss sowie die Gründe für eine dauerhafte Fortführung informiert.

Die Entscheidung der Stadtverwaltung soll als positiver Impuls für die weitere Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in der Region verstanden werden.

Die Buslinie X80 verbindet entlang der deutsch-niederländischen Grenze insgesamt sieben Städte und Gemeinden im Kreis Borken und führt bis nach Bad Bentheim in Niedersachsen. Sie stellt eine wichtige Verbindung für Berufspendler, Schüler, Schülerinnen sowie für mobilitätseingeschränkte Personen dar. Darüber hinaus trägt die Linie zur Entlastung des motorisierten Individualverkehrs bei und fördert den Umweltverbund.

Erfolgreiche Entwicklung der Linie X80

Seit ihrer Einführung hat sich die Buslinie X80 als bedeutender Bestandteil des regionalen ÖPNV-Angebots etabliert. Trotz diverser Herausforderungen wie Großbaustellen und Schienenersatzverkehr hat die Linie eine stabile Nachfrage entwickelt und kontinuierlich steigende Fahrgastzahlen erzielt. Allein im Zeitraum von 2022 bis 2025 sind die durchschnittlichen Fahrgastzahlen an Werktagen von 115 auf 446 gestiegen, und auch an Wochenenden zeigt sich eine klare Aufwärtsentwicklung.

„Diese kontinuierliche Steigerung der Fahrgastzahlen bestätigt uns, dass die Linie X80 eine wertvolle und nachhaltige Mobilitätslösung für die Region darstellt. Sie bietet eine verlässliche Verbindung über Stadt- und Gemeindegrenzen hinweg und ist besonders für Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie Touristen von großer Bedeutung“, betont Bürgermeister Jörg von Borczyskowski.

Für die Stadt Gronau ist es unerlässlich, dass die Linie X80 dauerhaft im Regelbetrieb verbleibt. Die bisherige Einordnung der Linie als „Probebetrieb“ führt zu Unsicherheiten, die insbesondere Berufspendler und Studierende betreffen. Die Stadtverwaltung fordert deshalb eine klare Entscheidung zugunsten der langfristigen Integration der Linie X80 in den regulären Fahrplan, um den Menschen in der Region Planbarkeit und Verlässlichkeit zu bieten.

„Die Verstetigung der Linie X80 ist nicht nur ein logischer Schritt, sondern eine Voraussetzung dafür, dass sich die Menschen dauerhaft auf das Angebot verlassen können“, erklärt Bürgermeister von Borczyskowski. „Es ist wichtig, dass der ÖPNV im Kreis Borken als echte Alternative zum Auto weiter gestärkt wird.“

Bedenken hinsichtlich finanzieller Belastungen

Die finanziellen Überlegungen des Kreises Borken, die in der aktuellen Vorlage zur Diskussion stehen, werden von der Stadt Gronau nachvollzogen. Dennoch wird betont, dass eine isolierte Betrachtung der Linie X80 im Hinblick auf die Kosten nicht zielführend ist. Die Stadt warnt vor einer kommunenscharfen Finanzierung des ÖPNV, die zu einer Fragmentierung des Angebots führen könnte. Die bisherige solidarische Finanzierung des ÖPNV im Kreis Borken hat sich als erfolgreich erwiesen und ermöglicht es, Mobilität effizient und über kommunale Grenzen hinweg zu organisieren.

„Ein einzelnes, isoliertes Vorgehen bei der Finanzierung würde nicht nur die Effizienz des Systems gefährden, sondern auch die bestehenden grenzüberschreitenden Verbindungen schwächen“, so Bürgermeister von Borczyskowski weiter. „Wir setzen uns daher für die Beibehaltung eines solidarischen Modells ein, das allen Bürgerinnen und Bürgern im Kreis Borken zugutekommt.“

Forderung nach einem gemeinsamen positiven Beschluss

Die Stadt Gronau bittet die Mitglieder des Kreistages, den Beschluss der Stadtverwaltung zu unterstützen und die Linie X80 ohne weitere Verzögerung in den Regelbetrieb zu überführen. In Anbetracht der positiven Entwicklung und der hohen Nutzerzufriedenheit wäre eine positive Entscheidung für die Fortführung der Linie ein starkes Signal für die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs im Kreis Borken.

„Wir sehen die Diskussion um die Linie X80 als Chance, die künftige Gestaltung und Weiterentwicklung des ÖPNV im Kreis Borken gemeinsam und nachhaltig zu gestalten. Wir hoffen auf einen positiven Beschluss, der die Grundlage für die weitere Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs bildet“, schließt der Bürgermeister. Dass Bürgermeister von Borczyskowski mit seinen Aussagen nicht alleine dasteht, zeigt ein Blick in die Sitzungsunterlagen für den Kreisausschuss und den Kreistag, denen weitere Schreiben von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus dem Kreis Borken zum Erhalt des X80 beigefügt sind.